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Sonstige Schäden
Blitzschlag, Erschöpfung, Bergungstod, Lawinenverschüttung
Blitzschlag
Herz-, Kreislauf- bzw. Atemstillstand, Bewußtlosigkeit oder Erregungszustand, Lähmungen, Schock, Verbrennungen, Muskelverkrampfungen. Weg von exponierten Punkten (Grat, Gipfel, Baum), Feuchtigkeit oder Metall, Hock-Kauerstellung auf Rucksack oder Seil in freiem Gelände, nicht in Höhlen oder Mulden.
Lebensrettende Sofortmaßnahmen, Schock- und Brandwundenbekämpfung.
Bei Herzstillstand Faustschlag gegen Herzgegend, um evtl. dadurch das Herz wieder zum Schlagen zu bringen.

Erschöpfung
Durch Mobilisierung von Leistungsreserven, zunächst noch erfolgreiche Bekämpfung von Streß- und Notsituationen, dann jedoch allmähliches Versagen der Anpassungsvorgänge mit Aufbrauch der Energievorräte bis zum Erschöpfungstod.
Ausgiebige Rast, heiße, gesüßte Getränke, Schokolade etc. Nach Erholung langsamer Abstieg, evtl. kreislaufanregende Medikamente.

Bergungstod
Plötzlicher und unerwarteter Tod bei Unterkühlung durch Vermischen von kaltem und warmem Blut (siehe allgemeine Unterkühlung) oder bei starker Erschöpfung durch Nachlassen des Selbsterhaltungstriebs beim Nahen der Rettungsmannschaft mit Zusammenbruch der lebenswichtigen Funktionen. Vorbeugung: Hoffnung machen, aber keine volle Gewißheit der Rettung geben. Lebensimpulse anregen.

Lawinenverschüttung
Immer Lebensgefahr. Ein hoher Prozentsatz der Verschütteten ist sofort tot (ca. 20%). Rasch sinkende Überlebenschancen (bei 1 m Verschüttungstiefe nach 1 Stunde nur noch ca. 40%, nach 2 Std. ca. 20 %) Daher unbedingt sofortige Kameradenhilfe!
Lebensrettende Sofortmaßnahmen unmittelbar nach Ausgraben des Kopfes (ABC-Wiederbelebung), Schock und Unterkühlungsbekämpfung.

Freies Hängen im Seil:
Nach wenigen Minuten Gefühl- und Bewegungslosigkeit, Schließlich Lähmungen durch Abschnüren der Gefäß-Nervenstränge in den Achselhöhlen, Gefahr von Kreislaufkollaps, Schock und Nierenversagen durch Versacken von Blut in den Beinen sowie Atembehinderung.

Vorbeugung: Brust- und Sitzgurt mit vorbereiteter Prusikschlinge zum Hineinsteigen mit Füßen.
Nach Bergung nicht flach lagern, da durch raschen Blutrückfluß mit Stoffwechselabbauprodukten Herzversagen möglich ist. Deshalb nach mehr als 30 Min. Hängen immer passiver Abtransport in Seitenlagerung oder Kauerstellung, sowie Einlieferung in ein Krankenhaus mft "künstlicher Niere".
Literatur: Jenny, E.: Retter im Gebirge - Alpinmedizinisches Handbuch, Rother-Verlag, 1979
Bernett, P. u.a.: Erste Hilfe/Bergrettung - Alpinlehrplan 8, BLV-Verlag, 1985
Berghold, F: Ratgeber für gesundes Wandern und Bergsteigen, Bruckmann-Verlag, München 1987
 
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