| Knochenbrüche |
Bei offenen Brüchen keimfreie Wundauflage.
Kein Einrichten, sondern nur grobe Achsenkorrektur unter vorsichtigem Zug, damit die Bruchenden nicht schmerzhaft aneinanderreiben. Ruhigstellung durch behelfsmäßige Schienung (Skistöcke, Pickel, Rucksackversteifungen o.a., am besten aufblasbare Luftkammerschiene) in Mittelstellung unter Einbeziehung der benachbarten Gelenke in der für den Verletzten angenehmsten Lage. Fixierung beidseits des Bruches (nie direkt darüber), Polsterung, Kälteschutz.
| Spezielle Brüche |
- Arm:
Dreiecktuch als Armtragetuch verwenden und zusätzlich am Brustkorb fixieren.
- Schlüsselbein:
Polster in die Achselhöhle und Rucksackverband zur Entlastung,
- Rippen:
Fester Verband um den unteren Rippenrand in Ausatemstellung.
- Wirbel:
Flache Rückenlage auf harter Unterlage und schonendster Transport, da sonst Gefahr einer Querschnittslähmung.
- Knöchel:
Schuhe nicht ausziehen, aber Schnürung lockern.
- Verrenkung:
Gelenkkopf unter Kapselzerreißung aus Pfanne ausgetreten.
Gelenk federnd gesperrt, im Vergleich abnorme Kontur.
Keine gewaltsamen Einrenkungsversuche (nur nach entsprechender Schulung!), sondern Ruhigstellung in angenehmster Lage und rascher Abtransport in Ärztliche Behandlung.
| Verstauchung |
Feste Bandage mit elastischer Binde, bei Fußgelenk Schuhe nicht ausziehen, aber Schnürung lockern.
Auf Hütte: Hochlagern und Kühlung durch feuchtkalte Umschläge bzw. Eis/Schnee.
| Sontige Verletzungen |
- Bänderzerrung, Bänderriß oder Meniskusverletzung:
wie bei Verstauchung
- Quetschungen, Prellungen:
Ruhigstellen. Hochlagern, Kühlung, bei Blutergüssen zusätzlich elastische Binde und Salbe.
- Muskelverletzungen:
Am häufigsten Zerrung durch Überdehnung, v.a. bei kalten Muskeln.
Ruhigstellung durch Kompressionsverband und Kühlung (Schnee, Eis).
- Muskelkrampf:
Maximale Durchblutung durch passive Dehnung des betroffenen Muskels erzielen sowie bei Wadenkrampf Fußspitze nach oben drücken, Massage.
- Schuhdruckstellen:
Vorbeugung durch Hirschtalg, medizinische Fußcreme oder 'second skin'.
Bei Schmerz und leichter Rötung faltenloses Aufkleben von Leukoplaststreifen.
Bei bereits bestehender Blase: Desinfektion, Aufstechen mit ausgekochter oder ausgebrannter Nadel, keimfreier, faltenloser Wundverband.

