Aktuelle News arrow   Bibliothek arrow Erste Hilfe arrow Temperaturschäden
Aktuelle News
  Bibliothek
  Wellness
  Impressum

  Suche

Temperaturschäden
Allgemeine Hitzeschäden, Örtliche Hitzeschäden, Kälteschäden, Allgemeine Unterkühlung, Örtliche Erfrierungen usw.
Allgemeine Hitzeschäden
  • Hitzeerschöpfung
    Hitzekollaps, -krämpfe: Meist zusammen, durch ungenügende Flüssigkeitszufuhr, bzw. durch starken Wasser- und Salzverlust sowie unzweckmäßige Kleidung.
    Zeichen: Durst, Schwäche, Übelkeit.
    Flüssigkeits- und Mineralsalzzufuhr in mehreren kleinen Portionen, Pause im Schatten mit Kühlung, Oberkörper hochlagern, Kleidung öffnen.

  • Hitzschlag
    Bei großer Hitze, hoher Luftfeuchtigkeit, Windstille und luftundurchlässiger Kleidung kommt es zur Wärmestauung im Körper, da keine Schweißabgabe mehr möglich - Lebensgefahr!
    Zeichen: Puls und Atmung beschleunigt, Kopfschmerzen, Übelkeit, Brechreiz, Bewußtseinstrübung, heiße gerötete Haut, Anstieg der Körpertemperatur über 41°C.

Örtliche Hitzeschäden
  • Sonnenstich
    Durch intensive, direkte Sonnenbestrahlung des unbedeckten Kopfes und Nackens.
    Zeichen: Kopf- und Nackenschmerzen, Schwindelgefühl, Brechreiz, rotes und heißes Gesicht.
    Umschläge auf Kopf und Nacken, sonst wie bei allgemeinen Hitzeschäden.

  • Verbrennungen
    Bei Grad I (Hautrötung) kaltes Wasser,
    bei Grad II (Blasenbildung) und
    Grad Ill (örtlicher Gewebstod) keimfreier Wundverband!
    Bei großflächigen Verbrennungen: Wundverband mit Alufolie, Ruhigstellung, Schockbekämpfung und rascher Abtransport in ärztliche Behandlung.

  • Sonnenbrand
    Feuchtkalte Umschläge, öfters wechseln, kühlendes Gel.

  • Augenentzündung
    durch UV-Strahlen Schmerzen, Fremdkörpergefühl (Sand) bis zu Schneeblindheit.
    Vorbeugung: Notfalls Behelfsbrille aus Karton mit Sehlöchern (Nadelstiche) oder Sehschlitzen.
    Lichtundurchlässiges Verbinden beider Augen, Augentropfen bzw. -salbe, Aufenthalt in abgedunkelten Räumen, kühlende Umschläge.


Kälteschäden
Vor allem in Verbindung mit Nässe, Wind, großer Höhe und Wassermangel, Erschöpfung und Bewegungsarmut.
Allgemeine Unterkühlung ist vorrangig zu behandeln, da gefährlicher als Erfrierung.
Kälteschutz durch Alufolie, zusätzliche Bekleidung o.Ä., allgemeine Wärmezufuhr durch heiße, gezuckerte Getränke.
Kein Alkohol, da durch Blutgefäßerweiterung der Haut größere Wärmeabgabe an die Umgebung!

Allgemeine Unterkühlung
Absinken der Körpertemperatur unter den Sollwert.
37 - 34°C - Erregungssteigerung
34 - 30°C - Erregungsabnahme
30 - 25°C - Bewußtlosigkeit unter 25°C - Scheintod/Tod
Selbstschutz des Organismus:
Durchbluteter warmer Körperkern (lebenswichtige Organe in Brust- und Bauchraum sowie Gehirn) aber kalte Körperschale (Haut, Arme, Beine) durch Zusammenziehen der Blutgefäße.

Gefahren durch Bergungstod:
Vermischung des kalten Schalenblutes mit dem warmen Kernblut durch Bewegung, daher keine Massage oder Eigenbewegungen, sondern passiver Abtransport (Wiedererwärmung im Gelände kaum möglich).

Bei sicherem Herzstillstand:
Herzdruckmassage nur, falls ununterbrochene Fortführung gewährleistet (Frequenz 30 mal pro Minute ausreichend). Keine Toterklärung Tiefunterkühlter im Gelände, sondern baldiger Hubschraubertransport in Klinik mit Intensivstation bzw. Herz-Lungen-Maschine zur Wiedererwärmung.
Aufwärmen primär nur des Körperkerns (Rumpf) mit vorgewärmten Decken, Helferwärme, Wärmebeutel (über dem Pullover) oder Wärmepackung: feuchte heiße Tücher auf die Unterwäsche von Brust und Bauch, nicht jedoch auf die nackte Haut, darüber Kleidung, dann Alufolie nur um Rumpf (ohne Arme) sowie Decken und Biwaksack um ganzen Körper.

Örtliche Erfrierungen

Örtlich begrenzter Durchblutungsstop mit Abstoßen von Zellen.
Besonders gefährdet: Zehen, Finger, Nase und Ohren durch große Oberfläche und schlechte Blutversorgung.
Grad I: Blutleere - weißes, kaltes, gefühlloses Gewebe; vollständige Heilung.
Grad II: Blasenbildung - blaurote Verfärbung, scheinbar wohlige Wärme, Infektionsgefahr.
Grad III: Gewebstod - schwarzes, abgestorbenes Gewebe.

Aufwärmen in Achselhöhle. Aktive Bewegungsgymnastik und vorsichtige Massage, wenn gleichzeitig keine allgemeine Unterkühlung vorliegt.

Jedoch:
Kein Einreiben mit Schnee, erfrorene Stellen nicht in den Mund nehmen und nicht rauchen!
Bei schweren Erfrierungen keimfreier lockerer Verband, druckfreie Lagerung und passiver Abtransport. Falls mit gefrorenen Füßen noch einige Stunden weitergelaufen werden muß, besser nicht auftauen, da stets Schmerzen und Entzündungen sowie bei Wiedererfrieren Gefahr von großen Gewebsverlusten drohen.

In Hütte:
Am günstigsten rasches Auftauen der erfrorenen Körperteile in heißem Wasserbad von
40' Celsius. Jedoch evtl. sehr schmerzhaft, deshalb am besten mit Schmerzmitteln und max. 30 Minuten wegen Hautaufweichung. Falls nicht möglich, langsames Aufwärmen durch zunehmend warmes Wasserbad von 10 auf 40' C (innerhalb einer halben Stunde) bzw. feuchte warme Umschläge allmählich vom Herzen her auf die Erfrierung zu anlegen (z.B. Oberarm, Unterarm, Hand, Finger).
 
Copyright © 2005 by alpha network S.A., Luxemburg