Aktuelle News arrow   Wellness arrow Fitness arrow bei Krankheit arrow Rollstuhlfahrer
Aktuelle News
  Bibliothek
  Wellness
  Impressum

  Suche

Fitness - Sport bei Krankheit

Sport für Rollstuhlfahrer

Das Gute am Sport ist, dass er sich an die Bedürfnisse und besonderen Ansprüche fast jedes Menschen anpassen lässt. Wer z.B. an den Rollstuhl gefesselt ist, seinen Oberkörper aber frei bewegen kann, dessen Teilnahme an verschiedensten Sportarten steht nichts im Wege.

Die Vorteile körperlicher Aktivität

Wer - aus welchen Gründen auch immer - die Beine nicht bewegen kann und sein Leben im Sitzen verbringen muss, sollte alles tun, um Muskelkraft und Muskelfunktion zu bewahren und das Herz-Kreislauf-System in Schwung halten. Ein gut ausgearbeitetes, sicheres Trainingsprogramm, das auf die speziellen Bedürfnisse von Rollstuhlfahrern zugeschnitten ist, kann nicht nur Kraft, Beweglichkeit und Herz-Kreislauf stärken, sondern auch den Hauttonus verbessern, die Magen-Darm- sowie die Blasenfunktion regulieren und für gesunden Schlaf sorgen.

Der Beginn eines Trainingsprogramms

Gelenke müssen täglich über ihren vollen Bewegungsumfang hinweg bewegt werden, damit sie nicht einsteifen. Steife Gelenke schränken die Bewegungsfreiheit ein, können Schmerzen verursachen, zu Deformierungen der Extremitäten führen und behindern somit massiv das tägliche Leben.

Besprechen Sie Ihre Pläne mit dem Arzt, bevor Sie anfangen, regelmäßig Sport zu treiben. Gibt er grünes Licht, so sollten Sie mit einem Physiotherapeuten oder einer anderen qualifizierten Person zusammen ein Trainingsprogramm zusammenstellen, das auf Ihre speziellen Ziele und Bedürfnisse abgestimmt ist. Wenn Sie bestimmte Körperteile z.B. wegen einer Querschnittslähmung gar nicht mehr bewegen können, kann ein Physiotherapeut mit Ihnen auch passive Bewegungsübungen durchführen,.

Gefährden Sie Ihre Gesundheit nicht dadurch, dass Sie zu früh zu hart trainieren. Hören Sie mit einer Übung sofort auf, wenn Sie Schmerzen verursacht.

Regeln für das Training

Ausdauerübungen halten den Kreislauf in Schwung und kräftigen das Herz. Wer im Rollstuhl sitzt, kann seine Herzfrequenz durch ein Training für Arme und Oberkörper ausreichend anheben, um einen guten Fitnesseffekt zu erzielen. Verwenden Sie auf die folgenden Übungen am Anfang 10, später etwa 20 Minuten:

1. Strecken Sie zunächst Ihre Arme im Wechsel nach oben aus.

2. Senken Sie dann langsam die Arme, bis Sie sie parallel zum Boden halten. Strecken Sie sie währenddessen immer abwechselnd, den Oberkörper überkreuzend, zur jeweils entgegengesetzten Seite aus. Die Hände sind dabei locker und entspannt, der Oberkörper folgt den Bewegungen der Arme.

3. Entspannen Sie die Schultern, strecken Sie einen Arm zum Boden hin aus, lassen Sie ihn, während Sie ihn beugen und strecken, von rechts nach links wandern. Halten Sie sich mit der Hand, die Sie gerade nicht bewegen, an der Lehne des Stuhles fest, um das Gleichgewicht besser halten zu können.

4. Strecken Sie als nächstes die Arme wieder über Ihren Kopf. Beugen Sie dann gleichzeitig beide Arme, bis die Hände fast die Schultern berühren und strecken Sie sie wieder; usw., beugen, strecken, beugen...

5. Halten Sie nun die Arme parallel zum Boden und beugen und strecken Sie sie im Ellenbogengelenk. Die Hände sollen sich dabei stets etwas oberhalb Ihres Schulterniveaus befinden.

6. Machen Sie zum Schluss ein „Cool-Down“. Ziehen Sie hierzu zunächst die Schultern fünfmal einzeln nach oben in Richtung der Ohren und dann noch zehnmal gemeinsam. Lassen Sie dabei die Arme hängen und entspannen Sie die Finger.

7. Lassen Sie das Kinn auf die Brust fallen und konzentrieren Sie sich auf Ihren Atem. Heben Sie nach 15 bis 30 Sekunden langsam den Kopf an.

8. Drehen Sie zum Schluss langsam den Kopf von rechts nach links, ohne die Halsmuskulatur anzuspannen und ohne den Kopf ins Genick fallen zu lassen.

Folgende Ergänzungsübungen bieten sich an:

9. Setzen Sie die rechte Hand auf der Sitzfläche des Stuhles auf, legen Sie die linke Hand auf die rechte Schulter. Drehen Sie den Kopf nach rechts. Strecken Sie dann den linken Arm zur linken Seite hin aus und drehen Sie gleichzeitig den Kopf nach links. Gehen Sie in die Ausgangsposition zurück und wechseln Sie nach zehn Wiederholungen die Seite. Die Übung trainiert die Beweglichkeit von Hals, Schulter und Ellenbogengelenk.

10. Verschränken Sie die Hände hinter dem Nacken und bringen Sie die Ellenbogen vor dem Kinn zusammen. Bewegen Sie dann die Arme bei weiter im Nacken verschränkten Armen auf Kinnhöhe soweit wie möglich nach hinten. Die Übung dehnt und kräftigt Brust- und Schultermuskulatur.

11. Stellen Sie die Füße fest auf den Boden oder auf die Fußrasten des Rollstuhls, halten Sie sich mit der rechten Hand an der rechten Armlehne oder an der Rückenlehne fest. Setzen Sie sich zunächst auf und beugen Sie sich dann in der Hüfte, während Sie den linken Arm so weit wie möglich zum Boden hin ausstrecken. Bewegen Sie sich nicht ruckartig und behalten Sie diese Haltung für etwa sechs Sekunden bei. Machen Sie für jeden Arm vier Wiederholungen. Die Übung dehnt den unteren Rückenbereich und verbessert die Schulterbeweglichkeit.

14. Legen Sie die Hände auf die Armlehnen oder die Räder des Rollstuhls. Strecken Sie die Arme und drücken Sie sich so nach oben aus dem Stuhl. Zählen Sie bis drei und lassen Sie sich langsam zurücksinken. Wiederholen Sie die Übung viermal. Sie trainieren so den Trizeps sowie die Unterarm-, Bauch- und Rückenmuskulatur. Wenn Sie, während sie sich aus dem Stuhl nach oben gedrückt haben, die Hüften nach links und rechts drehen, beüben Sie zusätzlich die schräg verlaufenden Bauchmuskeln.

Setzen Sie sich mit Ihrem Arzt, Physiotherapeuten oder Trainer zusammen, um ein individuelles Trainingsprogramm zu entwickeln.

Vorsicht!

1. Ziehen Sie während des Trainings die Bremsen Ihres Rollstuhls fest an!

2. Übertreiben Sie es nicht!

3. Beenden Sie das Training sofort und suchen Sie Ihren Arzt auf, wenn sich folgende körperliche Warnsignale einstellen: Brustschmerz, Schmerzen in Hals, Unterkiefer oder linkem Arm, Atemnot, stärkere Muskel- oder Gelenkschmerzen, ungewohntes Herzklopfen, Übelkeit, Erbrechen oder ausgeprägte Erschöpfung.

Passive Dehnungsübungen

1. Demjenigen, der seine Extremitäten nicht selber dehnen kann, muss von einem anderen dabei geholfen werden.

2. Übungen für die Beine werden in Rückenlage durchgeführt, Übungen für die Arme im Sitzen oder im Liegen.

3. Dehnen Sie langsam und kontrolliert. Halten Sie die gedehnte Position für 10 bis 30 Sekunden, dehnen Sie nicht ruckartig.

4. Wiederholen Sie jede Dehnung zehnmal.

5. Lassen Sie sich von einem Physiotherapeuten geeignete Übungen für Hüftgelenke, Oberschenkelmuskulatur, Knie, Bandapparat der Knie, Fußgelenke, Füße, Schultern, Ellenbogengelenke, Unterarme, Handgelenke und Hände zeigen.

 
Copyright © 2005 by alpha network S.A., Luxemburg