|
Sport und chronische Nierenerkrankungen In der Vergangenheit wurde Menschen mit chronischen Nierenerkrankungen und Nierenschwäche häufig von Sport abgeraten. Heutzutage haben sich die Behandlungsmöglichkeiten und damit auch das Befinden nierenkranker Patienten deutlich verbessert - auch sie können somit von den... ...Vorteilen körperlicher Aktivität profitieren. Das Herz-Kreislauf-System wird gestärkt und der Blutdruck reguliert, die Muskulatur wird kräftiger, überschüssiges Körperfett wird verbrannt. Das Risiko für koronare Herzkrankheit und bestimmte Arten von Krebs sinkt und nicht zuletzt steigen körperliches und seelisches Wohlbefinden. Dem Verlust von Knochensubstanz, der bei Patienten, die regelmäßig zur Dialyse müssen oder eine Nierentransplantation hinter sich haben, häufig auftritt, wird entgegengewirkt. Der Beginn eines Trainingsprogramms Konsultieren Sie auf jeden Fall Ihren Arzt, bevor Sie mit dem Sport beginnen. Er sollte Sie gründlich untersuchen und ein Belastungs-EKG durchführen. Halten Sie sich konsequent weiter an Ihren Therapieplan, es kann beim Sport sonst zu lebensgefährlichen Komplikationen kommen. Wer beispielsweise zu viel oder zu wenig trinkt, läuft Gefahr, schwerste Störungen des Salz- und Wasserhaushaltes zu entwickeln. Lassen Sie sich von einem professionellen Fitnesstrainer, einem Sportlehrer oder einem Physiotherapeuten beraten und stellen Sie gemeinsam ein Trainingsprogramm zusammen, das Ihren Zielen und Ihrer Leistungsfähigkeit Rechnung trägt. Regeln für das Training 1. Im Mittelpunkt Ihres Fitnessprogramms sollten Ausdauersportarten wie Gehen, Radfahren oder Stepper-Training stehen. Wer unter Gelenkproblemen leidet, ist vielleicht mit Schwimmen besser bedient, denn dabei werden die Gelenke geschont. 2. Trainieren Sie drei- bis fünfmal in der Woche für jeweils 20 bis 30 Minuten bei niedriger bis mäßiger Intensität. Übertreiben Sie es nicht! 3. Fangen Sie langsam an. Verstehen Sie die ersten 10 Minuten des Trainings als Aufwärmphase, die Ihren Körper auf die Belastung vorbereitet. 4. Wählen Sie das Tempo so, dass Sie sich noch bequem unterhalten können und nicht übermäßig ins Schwitzen kommen. 5. Reduzieren Sie zum Ende des Trainings das Tempo allmählich. Die Kreislaufsituation stellt sich dabei wieder auf Ruhebedingungen ein, der Körper kann sich entspannen. Auf dieses „Cool-Down“ sollten Sie in keinem Fall verzichten. 6. Absolvieren Sie am besten täglich, mindestens aber an vier Tagen in der Woche ein Dehnungsprogramm mit Übungen für die großen Muskelpartien (Beine, Brust, Rücken, Schultern). 7. Dehnen Sie sich langsam und kontrolliert, halten Sie die gedehnte Position für jeweils 10 bis 30 Sekunden, vermeiden Sie ruckartige Bewegungen. 8. Dehnen Sie sich, wenn die Muskulatur gut aufgewärmt ist, also z.B. nach einem Spaziergang, einer Wanderung oder einer heißen Dusche. 9. Nach Rücksprache mit Ihrem Arzt können Sie auch mit einem leichten Krafttraining beginnen. Beüben Sie die großen Muskelpartien des Körpers (Beine, Brust, Rücken, Schultern). Arbeiten Sie dabei mit leichten Hanteln, Gymnastikstäben oder Expandern, machen Sie Liegestütz und Halteübungen für Arme und Beine. 10. Machen Sie Ihr Krafttraining dreimal in der Woche, dabei aber nicht an direkt aufeinander folgenden Tagen. Wärmen Sie sich vorher auf, gehen Sie z.B. ein Stück oder radeln Sie auf dem Hometrainer. 11. Führen Sie das Krafttraining ruhig und kontrolliert durch. Konzentrieren Sie sich ganz auf den jeweils beanspruchten Muskel. Vorsicht! 1. Trainieren Sie nicht ohne Zustimmung Ihres Arztes, wenn: -Sie Fieber haben; -der Dialyse-Rhythmus geändert wurde; -Ihre Medikation geändert wurde; -sich Ihr körperlicher Zustand verändert hat; -Sie zuviel gegessen haben; -es draußen heiß und schwül ist; -Sie Knochen- oder Gelenkbeschwerden haben, die sich beim Sport verschlimmern. 2. Hüten Sie sich vor Erkältungen. Achten Sie auf Hygiene, waschen Sie sich häufig die Hände und lassen Sie sich jährlich gegen Grippe impfen. 3. Beenden Sie das Training sofort und suchen Sie Ihren Arzt auf, wenn sich die folgenden körperlichen Warnsignale einstellen: Brustschmerz, Schmerzen in Hals, Unterkiefer oder linkem Arm, Schwindelgefühl, Atemnot, ungewohnt heftiges, evtl. sogar unregelmäßiges Herzklopfen, stärkere Muskel- oder Gelenkschmerzen, Übelkeit, Erbrechen oder ausgeprägte Erschöpfung. 4. Versuchen Sie, sich eine Broschüre mit Trainingstipps und Trainingsanleitungen für nierenkranke und dialysepflichtige Menschen zu besorgen.
|