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Fitness - Sport bei Krankheit

Sport und Rheuma (rheumatoide Arthritis)

Wer Rheumakranke und ihre Beschwerden kennt, der weiß, dass die Erkrankung das körperliche Wohlbefinden erheblich beeinträchtigt und körperliche Aktivitäten massiv behindern kann. Rheuma geht einher mit:

-Morgensteifigkeit der betroffenen Gelenke

-akuten und chronischen Entzündungsreaktionen der Gelenke

-chronischen Gelenkschmerzen

-Gelenkschwellungen

-Zerstörung des Gelenkknorpels

-eingeschränkter Beweglichkeit der Gelenke

-körperlicher Erschöpfung und Schwäche

-entzündlicher Beteiligung anderer Organe wie Herz, Lunge, Nerven, Augen (nicht immer)

Das Krankheitsbild verursacht starke Schmerzen, schreitet oft chronisch fort und beeinträchtigt die Lebensqualität enorm. Sportliche Betätigung kann zur Linderung der Beschwerden beitragen und den Funktionsverlust der Gelenke hinauszögern.

Die positiven Auswirkungen körperlicher Betätigung...

...für Rheumakranke sind vielfältig und gut belegt, Krankengymnastik bildet einen Grundbaustein der Therapie. Schmerzen und Gelenkschwellungen können günstig beeinflusst werden, die Schmerztoleranz steigt, der Verlust von Gelenkfunktion, Muskelmasse und Beweglichkeit wird aufgehalten oder zumindest verzögert. Dadurch kann auch den häufigen psychischen Folgen der Erkrankung - z.B. Depressionen - entgegengewirkt und ein Stück Lebensqualität zurückgewonnen werden.

Der Beginn eines Trainingsprogramms

Rheumakranke, die seit Jahren mit ihren Gelenkschmerzen leben, stehen der Idee, auf einmal Sport zu treiben, wahrscheinlich skeptisch gegenüber. Der Benefit körperlicher Betätigung ist es aber auf jeden Fall wert, seine Angst zu überwinden. Zwei wichtige Regeln sind für das Training zu beachten:

1. Fangen Sie langsam und vorsichtig an!

2. Suchen Sie sich eine Sportart aus, die Ihnen Spaß macht und die Ihren Neigungen und Fähigkeiten entgegenkommt.

Die Zusammenarbeit mit einem professionellen Fitnesstrainer oder einem Physiotherapeuten kann hilfreich sein, vor Beginn des Trainings sollten Sie auf jeden Fall auch Ihren Arzt konsultieren.

Für welchen Sport Sie sich auch entscheiden: Überfordern Sie Ihren Körper nicht durch zu frühzeitiges hartes Üben. Trainieren Sie zunächst nur ein- oder zweimal in der Woche für 15 bis 20 Minuten und steigern Sie dann allmählich die Dauer und Intensität. Beenden Sie eine Übung sofort, wenn sie Schmerzen verursacht.

Regeln für das Training

Im Rahmen einer Studie an der Universität von Tufts (USA) konnte 1996 die Muskelkraft schwer rheumakranker Patienten durch ein mäßig intensiven Krafttraining innerhalb von 12 Wochen um durchschnittlich 60% gesteigert werden. Negative Folgen traten dabei nicht auf. Am Ende der Untersuchung hatten fast alle Patienten weniger Schmerzen als zu Beginn und auch Gehstrecke und Gangsicherheit hatten sich deutlich verbessert.

Training für Muskulatur und Skelettsystem

Es ist erwiesen, dass Krafttraining Muskulatur und Skelettsystem stärkt und ihren Funktionszustand nachhaltig verbessert. Dadurch fallen die Aktivitäten des täglichen Lebens leichter, verursachen weniger Schmerzen und gehen mit einem niedrigeren Verletzungsrisiko einher.

1. Trainieren Sie die großen Muskelpartien des Körpers (Beine, Brust, Rücken, Schultern). Arbeiten Sie dabei mit leichten Hanteln, Gymnastikstäben oder Expandern, machen Sie Liegestütze und Halteübungen für Arme und Beine.

2. Führen Sie dieses Krafttraining zunächst nur ein- bis zweimal, später dann dreimal pro Woche durch. Trainieren Sie nicht an direkt aufeinander folgenden Tagen.

3. Trainieren Sie ruhig und kontrolliert. Konzentrieren Sie sich auf den jeweils beanspruchten Muskel.

4. Beginnen Sie mit ganz leichten Gewichten (0,5 bis 2,5 kg in Abhängigkeit von der jeweiligen Übung), auch wenn Sie sich dabei unterfordert fühlen; steigern Sie dann das Gewicht allmählich.

5. Streben Sie auf Dauer pro Übung zwei Sets mit jeweils 10 bis 15 Wiederholungen an.

Training für Beweglichkeit und Körperbeherrschung

Die entsprechenden Übungen wirken dem allmählichen Verlust der Gelenkfunktion entgegen, verbessern Körperhaltung und Körperkontrolle und vermitteln Vertrauen bezüglich Gleichgewicht und Gangsicherheit. Das Risiko von Stürzen und Verletzungen sinkt und auch die chronischen Schmerzen werden positiv beeinflusst.

1. Absolvieren Sie am besten täglich, mindestens aber an vier Tagen in der Woche ein Dehnungsprogramm mit Übungen für die großen Muskelpartien (Beine, Brust, Rücken, Schultern).

2. Dehnen Sie sich langsam, kontrolliert und nicht ruckartig, behalten Sie die gedehnte Position für 10 bis 30 Sekunden bei.

3. Dehnen Sie sich, wenn die Muskulatur gut aufgewärmt ist, also z.B. nach einer Wanderung oder einer heißen Dusche.

Training für Ausdauer und Kondition

Die positiven Effekte des Ausdauertrainings sind vielfältig. Überschüssiges Fett wird verbrannt, das Herz-Kreislauf-System kommt in Schwung und das Wohlbefinden steigt. Wegen der mit dem Rheuma verbundenen Gelenkbeschwerden muss ein Trainingsplan sorgfältig ausgearbeitet werden.

1. Zu empfehlen sind Sportarten wie Fahrradfahren, Schwimmen, Rudern und Gehen, welche die Gelenke wenig belasten. Fangen Sie langsam und vorsichtig an und richten Sie sich nach der Trainingsdauer und nicht nach den zurückgelegten Entfernungen.

2. Trainieren Sie zunächst zwei- oder dreimal in der Woche für jeweils 15 bis 30 Minuten. Steigern Sie sich dann allmählich auf 30 bis 40 Minuten an drei bis fünf Tagen.

3. Die ersten fünf Minuten jeder Trainingseinheit sollten als Aufwärmphase dienen und den Körper auf die Belastungen vorbereiten.

4. Sie sollten sich während des Trainings noch unterhalten können. Wer das Gefühl hat, sich zu quälen, der trainiert zu hart.

5. Tempo und die Intensität des Trainings sollten jeweils über die letzten fünf Minuten reduziert werden. Dadurch verringert sich die Durchblutung der Muskulatur, der Körper kann zur Ruhe kommen. Lassen Sie dieses „Cool-Down“ auf keinen Fall aus.

Vorsicht!

Rheumapatienten haben Schmerzen. Hier noch einige Tipps, um trotzdem aktiv bleiben zu können.

1. Zu empfehlen ist ein vorsichtiger Beginn mit kurzen, wenig anstrengenden Trainingseinheiten.

2. Es kann sinnvoll sein, das tägliche Training wegen Schmerzen und körperlicher Schwäche auf mehrere kleine Einheiten aufzuteilen.

3. Auch wenn der körperliche Zustand intensiveres Training nicht erlaubt, sollten täglich zumindest ein leichtes Aufwärmtraining und Dehnungsübungen stattfinden.

4. Verzichten Sie auf Übungen, in deren Folge sie für mehr als ein bis zwei Stunden verstärkte Gelenkschmerzen verspüren.

5. Lassen Sie sich durch eine anfängliche leichte Zunahme Ihrer Beschwerden nicht verunsichern. Zu Beginn des regelmäßigen Trainings kann das eine normale Reaktion des Körpers sein.

 
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